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Das Neinerlaa wird am Abend des 24.12. gegessen, Pünktlich 18.00 Uhr beginnt das Festessen. Der Tisch ist mit einem
weißen Tuch geschmückt, Brot und Salz stehen neben der Tischbeleuchtung, die vom Vater angezündet wird. Zuvor wurden die Lichter auf dem Christbaum, den Schwibbögen, den Bergleuten und Engeln entzündet.
Das Neinerlaa
gehört auf den Tisch und besteht aus 9 Grundspeisen, die alle ihre Bedeutung haben. Neun ist die Zahl, die sich mit der Glückszahl drei teilen läst und dadurch dreimal drei Glück bedeutet. Die neun verschiedenen Speisen sind ganz individuell je nach Familie, Tradition und Region im Erzgebirge.
Es wurde berühmt aus dem "Heilig-Obnd-Lied" um 1820 von Amalie aus Elterlein. Im Lied wird auf Wurst und Sauerkraut hingewiesen. An Fleisch isst man Braten von Gans, Hase, Kaninchen, Schwein
oder Bratwust je nach den finanziellen Möglichkeiten der Familie.
Jeder soll von den neun Speisen wenigstens einmal kosten. Alle müssen ihren Teller ableeren, das bringt für das neue Jahr gutes Wetter
und ehrt die Mutter.
weitere Regeln: - das Feuer im Ofen darf nicht verlöschen - es sollte keine ungerade Anzahl von Personen am Tisch sitzen
- das Geschirr des Heiligabendessens sollte nicht abgewaschen werden - wer am längsten isst, der lebt am längsten...u.v.a.
Wir kochten das Neunerlaa
in einer Menüform und hatten uns folgendes gedacht:
1. Brot & Salz (darf im ganzen Jahr nicht ausgehen) bringen Segen ins Haus und liebe Gäste
Heringssalat mit Apfelspalten und frischen Kräutern
2. Hering - erinnert an den kommenden Frühling, wo der Fisch aus Schlamm und Dunkel aufsteigt 3. Apfel - soll Freude ins Leben bringen
Dicke Linsen im Kartoffelnest mit Bratwurst
4. Linsen - stellen das Kleingeld dar, das quellen, also sich vermehren soll, aber nicht so sauer, sonst wird das Leben sauer
gefüllte Weihnachtsgans mit Rotkraut und Klöße
5. Gans - ist Frau Holle´s Vogel und verkörpert Wachstum 6. Rotkraut - Gesundheit und gutes Gedeihen 7. Klöße -
sollen die Vermehrung des großen Geldes versinnbildlichen
Preiselbeer-Soufflé mit Vanillesauce
8. Preiselbeeren - versüßen das Leben und bringen Glück und Segen 9. Milch -
bewirkt Schönheit
In einigen Überlieferungen zählen auch Butter, Suppe und Nüsse dazu. Deutlich wird, dass der Brauch der bäuerlichen Lebensweise entstammt und zum Neinerlaa fast ausschließlich
Produkte aus eigener Wirtschaft genommen wurden, welche man nach der Ernte und dem Schlachten für den Winter bevorratet. |